Mikro- und Nanofrakturierung

Historie

Steadman JR, Rodkey WG, Singleton SB, Briggs KK (1997) Microfracture technique for full thickness chondral defects; technique and clinical results Operat Tech Orthop, 7:300-304

Technik

  • Es sind die allgemeinen Regeln zur Defektpräparation zu beachten (Link)
 
  • Wichtiger als die Größe des Defektes, möglichst kleiner 4 cm², ist
 
  • die Höhe, des den Defekt umgebenden Knorpels, max. Grad II nach ICRS.
 
  • Der Defekt muss contained sein.
 
  • Perforationen Tiefe 2-4 mm, Abstand 3-4 mm zueinander, Dicke kleiner max. 1,2 mm, optimal 0,8-1 mm.
 
  • Beinachsfehler kleiner 25% varus /valgus entsprechend 5 Grad, andernfalls ist eine begleitende Umstellungsosteotomie durchzuführen

Ergebnisse

  • Regenerat ist meist nur fibro-cartilaginäres Bindegewebe
 
  • Nach 18-24 Monaten verschlechtert sich das Ergebnis in der Regel
 
  • Aus reinem Knorpeldefekt wird Knorpel-Knochendefekt!
 
  • In 25%-49% der MIF entstehen intralesionale Osteophyten und in 33-63% ossäre subchondrale Zysten
 
  • In 25%-49% der MIF entstehen intralesionale Osteophyten und in 33-63% ossäre subchondrale Zysten
 
  • Es kommt zu 3-fach schlechteren Ergebnissen, wenn nach MFX eine ACT erfolgt.
 
  • Ab einer Defektgröße von mehr als 3 cm² ist mit einem Therapieversagen nach 5 Jahren zu rechnen.
 
  • Nach 3-5 Jahren versagt die MFX beim VAS-Score.

Vor- und Nachteile

indikationen

Nachbehandlung

Sie Nachbehandlung nach Knorpel OPs (link)

fazit aus sicht des qkg

Die Mikrofrakturierung ist ein seit langem eingesetztes Knorpelregenerationsverfahren, das lange Zeit als „Golden Standart“ in der Knorpelregenerativen Therapie galt. 

 

Es kristalisierte sich doch im Laufe der Zeit heraus, dass die Mikrofrakturierung wegen

 

  • der beschränkten Haltbarkeit
  • der relativ schlechten Regeneratqualität
  • der großen Anzahl an intra-läsionalen Osteophyten und subchondralen Knochenzysten
  • schlechter Ergebnisse im Revisionsfall


heute wegen guter Alternativverfahren nicht mehr routinemäßig eingesetzt werden sollte.

 

Für den QKG ist die Mikrofrakturierung mittlerweile eher ein Therapieverfahren, das nur noch als Ausnahmeindikation Anwendung finden sollte.

 

Alle Informationen zur den beschriebenen Verfahren sind Evidenz basiert. Mehr Details, Bildmaterial und Videos zu den einzelnen Techniken, sowie Literaturquellen können QKG-Mitglieder in unserem Knorpelforum einsehen. Werden Sie Mitglied!