Das CAIS-System™

Minced Cartilage

Historie

Schon 1983 hat F. Albrecht osteochondrale Defekte an Kaninchen erfolgreich mit minced Cartilage behandelt.

Er verwandt sehr kleine Knorpelchips und fixierte sie im Defekt mit Fibrinkleber. Histologisch ähnelte das Knorpelregenerat juvenilem Knorpel. Er interpretierte das Phänomen als „zweite Jugend“ des adulten Knorpels, eingeleitet durch gute Ernährung und Sauerstoff geliefert durch die Knochendurchblutung.

 

Aber erst mit dem CAIS-System™ (Cartilage Autograft Implantation System) und der damit verbundenen Forschung wurde diese Technik auch am Menschen angewandt.
Lu beobachtete die Migration von Chondrozyten aus der extrazellulären Knorpelmatrix der Knorpelchips bei der Knorpelentnahme.
Zuvor konnte Frisbie an Pferden die erfolgreiche Minced Cartilage Therapie mit dem CAIS™-System 1 Jahr postop sowohl histologisch als auch Immun-histochemisch nachweisen, die gleich gut histologische Ergebnisse zeigte wie die ACT.
2011 war es Cole der als erster in einer randomisierten Level II Studie Minced Cartilage mit dem CAIS™-System an 29 Patienten anwand. Im 2 Jahresverlauf waren die klinischen Ergebnisse gleich gut wie die Mikrofrakturierung, aber mit 50% weniger subchondralen Zysten. Unglücklicherweise wurde das CAIS™-System und deren Weiterentwicklung wegen finanzieller Abwägungen und nur sehr langsamer Rekrutierung von Patienten für weitere Studien und trotz der guten klinischen Ergebnisse von Cole von den Firmen Depuy-Mitek eingestellt.

 

Das DenovoNT System™
2009 kam das Produkt DenovoNT, allogene juvenile Knorpelzellfragmente, der Firma Zimmer auf den Markt.
Die Fallserie von Jack Farr an 25 Patienten im Zweijahres Follow-up zeigte gute klinische Ergebnisse und gute Verträglichkeit sowie in 8 Histologien eine Mischung von hyalinem und fibrösem Knorpelgewebe.

Technik

  • Es sind die allgemeinen Regeln zur Defektpräparation zu beachten (Link)
 
  • Optimal ist Knorpelpaste oder kleine Knorpelchips >1x1x1mm , denn sie können sehr effektiv die Chondrozytenaktivität förden (Z.B.:mit 10 er Scalpell und Tropfen Wasser* präparieren
 
  • Knorpelchips vorsichtig behandeln um Vitalität der Chondrozyten zu schonen.**
 
  • Chips mit Fibrinkleber und Matrix im Defekt fixieren**, dies steigert die Zellproliferation und den DNA und GAG Gehalt des Regenerates***
 
  • Auch Knorpel-Knochendefekte können mit Minced Cartilage sehr gut behandelt werden. Zunächst wird der Knochen mit Spongiosa bis auf Knorpelgrenze aufgefüllt und dann die Knorpelchips mit Fibrinkleber appliziert.
 
  • Knorpelchips plus Fibrinkleber steigert die Zellproliferation und den DNA und GAG-Gehalt.*
 
  • Kleine Knorpelchip -Paste oder 1mm ø Chips können sehr effektiv die Chondrozytenaktivität fördern und Extrazellulär-Matrix (ECM) produzieren.**

 

 

 

Studienlage

  • Bisher gibt es keine Mittel- oder Langzeitstudien für Minced Cartilage
  • Aktuell 17 klinische Studien4* davon fünf 2-Jahresstudien Level II**u.IV*** 5*6*7* und eine 5-Jahresstudie8*

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • „Knorpelpaste“ besitzt das beste PG:DNA Verhältnis*
  • Je kleiner die Fragmente, desto mehr Extrazellulär-Matrix wird durch Aktivierung der Chondrozyten gebildet und die Migration verbessert.* 4*
  • Osteophyten nach MFX 54%, nach Cais®4* 8%**;
  • Zysten MFX 27,3% und 18,2% Cais ®4* **
  • Es ist einzeitig, benötigt keine Zellkultivierung, es werden nicht teilweise de-differenzierte Chondrozyten, wie bei ACT implantiert.***
  • Arthroskopische Technik ist mit CO2 Arthroskopie und speziellen Trokaren möglich.**
  • Kein großer administrativer Aufwand

 

Nachteile

  • Nur kurze Nachuntersuchungszeiträume und eine mittel- aber keine langfristigen Ergebnisse.

indikationen

  • Nicht refixierbare „Flakes“
  • Rein chondrale Verletzungen
  • Nicht refixierbare OD Läsionen
  • Chronische osteochondrale Defekte

Nachbehandlung

Sie Nachbehandlung nach Knorpel OPs (link)

fazit aus sicht des qkg

  • Die kurzfristigen (aktuel 2 Jahre) Ergebnisse von minced cartilage sind ermutigend
  • Minced cartilage ist eine gute Alternative zur den knochenmarkstimulierenden Techniken mit einer geringeren Komplikationsrate

 

Alle Informationen zur den beschriebenen Verfahren sind Evidenz basiert. Mehr Details, Bildmaterial und Videos zu den einzelnen Techniken, sowie Literaturquellen können QKG-Mitglieder in unserem Knorpelforum einsehen. Werden Sie Mitglied!